Architektur

Vasa Haus in Merkine

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Im Zentrum der Kleinstadt Merkinė stand das ehemalige Haus des Bürgermeisters, in dem der Herrscher von Litauen und Polen Wladislaw Vasa starb. Sein Herz wurde im Untergrund der Vilniusser Kathedrale bestattet, und das Leib – in Wawel in Krakau.

Die letzte Geschichte war bis nun ziemlich unklar. Einige Forscher beschränkten sich auf eine Bemerkung, dass dieses Gebäude als eine Kneipe funktionierte und dass es außer dem Wladislaw Vasa hier sich noch der schwedische König Karl XII. und der russische Zar Peter I. Aufhielten. Der Überblick von Eintragungen in den Büchern des Stadtmagistrats und sonstigem Material aus dem Inventar lässt behaupten, dass die Funktion des Gebäudes etwas anders war, zumindest zur Blütezeit der Stadt.

Die ältesten vorhandenen Angaben über das Gebäude verlegen noch auf den Anfang des XVII. Jh. Dokumente von der Stadt Merkinė zeugen davon, dass es Eigentum von Bürgermeister der Stadt Tomas Karlovičius und seiner Frau Ona Pikieliova war. Nach dem Tode des T. Karlovičius überging das Haus dem Gemeindeältesten von Merkinė italienischer Abstammung Mikalojus Scipioni Campo. Dieser hat es später dem preußischen Adeligen, dem Deutschen Namens Tobias Poppel verkauft. Diese Verkaufsakte wurde im Buch des Stadtmagistrats im Jahr 1643 eingeschrieben. Davon kann man schlussfolgern, dass eben zu der Zeit, als das Gebäude diesem Deutschen gehörte, Wladislaw Vasa im fatalen Mai 1648 gestorben ist.

Die historischen Quellen zeigen, dass Wladislaw Vasa in Merkinė wochenlang verweilte, ohne großen Wunsch zu zeigen, möglichst bald nach Vilnius zu kommen. Es ist glaubwürdig, dass auf sein solches Verhalten die damals in Merkinė lebende seine Favoritin, Tochter eines Händlers aus Lwiw, die Schöne Jadvyga Lužkovska Einfluss hatte, die 1635 ihm den Sohn Wladislaw Konstantin Vasa zur Welt brachte. Der König hat seinen unehelichen Sohn anerkannt und ihm Titel des Grafen Vasenau gegeben. 

2009 erschien in litauischer Sprache das Buch von Jadwiga Kudirka-Kudirkienė „Den Spuren der Herrscherliebe folgend“, in dem man schreibt, dass laut einer Legende „das Schicksal war so, dass er in den Armen von Jadvyga starb, wie er gebeten hatte, Abschied von ihr nehmend, als er sie dem Mann übergeben hat: und dass der liebe Gott mich erhören würde und mein Geist in deinen Armen mich verlassen würde.“ Die Autorin schreibt, dass Jadvyga bis zum Lebensende Merkinė nicht verlassen hat, obwohl der König ihr reichlich Geld nachgelassen hat und sie in jeder Stadt des Polnischen Königreiches oder des Litauischen Großfürstentums leben konnte.

Kontakte

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Merkinė
54.162985, 24.184101

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