Architektur

Marcinkonys

Dauer des Besuchs 1 h.

Am Zusammenfluss von Flüssen Zackagiris und Grūda und am See Versminis haben Menschen schon vor mehreren Tausenden von Jahren gelebt. Erste historischen Erwähnungen stammen vom Jahre 1637. Marcinkonys ist eines der größten litauischen Dörfer, deren Anfang Siedlung von Aufklärern war. Diese Siedlung ist in der 2. Hälfte des XIX Jh. gewachsen, als die Bahn Warschau-Sankt Petersburg gebaut wurde. Mit dem Bau der Bahn wurde das Waldfällen angefangen. 1914 wurde auf Anordnung der deutschen Okkupationsregierung 28,5 km lange Abzweigung der Bahn von Marcinkonys nach Katra verlegt, auf dieser die schönsten Kiefern und Fichten des Waldes transportiert wurden. Verlegung dieser Strecke veranlasste rasches Wachsen des Dorfes. 1912 wurde in Marcinkonys ein kleines Unternehmen zur Pilztrocknung errichtet. Pilze und Beeren waren für hiesige Bewohner über Zeiten Hauptquelle der Unterhaltsicherung.

Nach dem I. Weltkrieg, als das Dorf 1920-1939 unter Einfluss polnischer Regierung war, wurden die Bewohner für ihre litauische Identität verfolgt, was auch zu Opfern führte – polnische Grenzarmee und Polizei haben 1920 den Priester P. Raštutis zu Tode gemartert, 1923 – noch zwei Bewohner. Einwohner von Marcinkonys wurden meistens durch ihre litauischen Kreuze berühmt, die Litauer aufstellten und die Polen öffentlich (manchmal auch heimlich) vernichteten. Ein solcher Kreuz wurde in Marcinkonys 1933 aufgestellt.

Bis zum II. Weltkrieg lebten in Marcinkonys beinahe 400 Juden. Die meisten von ihnen beschäftigten sich mit Handel und Handwerk. Die hiesige Judengemeinschaft hatte eine hebräische Grundschule, Bibliotheken mit Büchern in Jiddisch und Hebräisch und Synagoge. Nach dem zweiten Weltkrieg waren in der Gegend Marcinkonys Bataillon von der Merkys Truppe der litauischen Partisanen aktiv; bei einem Hinterhalt 1946 sind 3 Soldaten durch das Volkskommissariat des Inneren von Marcinkonys und 1 Soldat vom Vernichter-Bataillon umgekommen.

1957 wurde Forstbetrieb Marcinkonys gegründet, auf dem Dorf gab es eine Schule, Ambulatorium, Bibliothek, Kulturhaus. 1971 fing seine Tätigkeit das ethnographische Ensemble von Marcinkonys. 1991 wurde das Nationalpark Dzūkija und seine Direktion gegründet. Nach Wiederherstellung der Unabhängigkeit wuchs Marcinkonys nicht mehr, doch Waldfrüchtegewerbe blühte auf, es wurden Landtourismus und Handwerk entwickelt.

Kontakte

gamtosritmu.lt
[email protected]
Marcinkonys
54.063064, 24.398335

Bewertungen

Noch keine Bewertungen, sei der Erste!

Ihre Bewertung

Kommentieren